{"id":342,"date":"2019-02-22T17:05:46","date_gmt":"2019-02-22T16:05:46","guid":{"rendered":"http:\/\/worte-wie-wogen.de\/?p=342"},"modified":"2019-02-22T17:05:46","modified_gmt":"2019-02-22T16:05:46","slug":"die-geschichte-von-der-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/worte-wie-wogen.de\/?p=342","title":{"rendered":"Die Geschichte von der Geschichte"},"content":{"rendered":"<div id=\"fb_share_1\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\"><a name=\"fb_share\" type=\"box_count\" share_url=\"https:\/\/worte-wie-wogen.de\/?p=342\" href=\"http:\/\/www.facebook.com\/sharer.php\">Share<\/a><\/div><div><script src=\"http:\/\/static.ak.fbcdn.net\/connect.php\/js\/FB.Share\" type=\"text\/javascript\"><\/script><\/div><p>Es war einmal an einem wundersch\u00f6nen Sommertag.<\/p>\n<p>Ein junger Mann sa\u00df im Schatten einer alten, knorrigen Eiche und gr\u00fcbelte \u00fcber sein Leben.<\/p>\n<p>Nicht, da\u00df es irgend etwas zu gr\u00fcbeln gegeben h\u00e4tte. Denn wenn es ums Leben geht, gibt es immer etwas zum Gr\u00fcbeln und darum vermeiden wir es meistens mit viel Geschick, \u00fcber unser Leben zu gr\u00fcbeln. Eigentlich war unser Freund auch heute gar nicht zum Gr\u00fcbeln aufgelegt. Aber als er die netten, wegen der Sommerhitze leicht gesch\u00fcrzten M\u00e4dchen dort unten auf der Wiese herum tollen sah, fiel ihm einfach nur mal ganz kurz ein, da\u00df er schon l\u00e4nger keine richtig tolle Beziehung\u00a0\u00a0mehr gehabt hatte. So eine mit Kribbeln unter der Haut, im Bauch und noch etwas tiefer und dem ganzen anderen sch\u00f6nen Zeugs, das einem eine neue Liebe so in Aussicht stellt.<\/p>\n<p>Und wenn uns Menschen erst einmal irgendein pers\u00f6nliches Manko, wie zum Beispiel, das einer nicht vorhandenen Liebe eingefallen ist, liegt es in der Natur unserer Rasse, von einer tiefen Gr\u00fcbelei gefangen zu werden. Das ist wirklich schlimm wenn es regnet, oder die Temperaturen unter dem Nullpunkt liegen, weil man dann auch noch in seiner Wohnung gr\u00fcbeln mu\u00df und einem dabei zus\u00e4tzlich noch die W\u00e4nde und die Decke auf den Kopf fallen k\u00f6nnten. Aber an einem Sommertag wie diesem&#8230;.?!<\/p>\n<p>Die Sonne w\u00e4rmt das Herz, der leichte Wind weht durchs Gras, so, dass unserem Freund, jetzt sind wir also wieder am Anfang, die Grashalme gar lustig unter den F\u00fc\u00dfen kitzelten, w\u00e4hrend er gr\u00fcbelnd unter der Eiche lag, welche ihm Schatten spendete.<\/p>\n<p>Immer, wenn eine leichte Brise mit dem \u00fcppigen Bl\u00e4tterwerk spielte, rauschte es dort oben in dem alten Baum ganz schummerig und unser Held wurde so langsam von einer leichten Schwere, die aber keine Schwermut, sondern eher eine M\u00fcdigkeit war, befallen. Zudem hatte der junge Mann letzte Nacht nur wenig geschlafen, weil er die halbe Nacht vor einer halben Geschichte und zwei vollen Flaschen Wein gebr\u00fctet<\/p>\n<p>hatte. Die Geschichte war immer noch nur halb fertig. Der Wein dagegen lag in kleinen Einheiten in des jungen Mannes Magen, zwickte in seiner Blase und ein weiterer Anteil des alkoholischen Mostes lie\u00df sich schwer in dessen Blut treiben. Der Rest des Weines hatte sich als leichter Nebel in unseres Helden Kopf niedergeschlagen. Wein kann sich aber nun Mal nicht schuldig, oder wenigstens mitschuldig\u00a0\u00a0bekennen, ein Verbrechen begangen zu haben, welches bei dem Gesch\u00e4digten bleierne M\u00fcdigkeit und mahlende Kopfschmerzen hervorzurufen versteht. Weil Wein im Grunde genommen erst einmal passiv, weil er sich ja nicht aus eigener Kraft in den Kopf sch\u00fctten kann und danach erst aktiv ist, lag sein Opfer nun unter eben dieser Eiche und mu\u00dfte die Schuld an seinem mordsm\u00e4\u00dfigen Kater alleine bei sich selbst suchen. Und schon hat man einen weiteren Grund zu gr\u00fcbeln&#8230;., wenn&#8230;.ja, wenn man nicht vor M\u00fcdigkeit einschl\u00e4ft.<\/p>\n<p>Als unser Freund also fast, aber eben noch nicht so richtig, eingeschlafen war, sah er aus den Augenwinkeln ein herrliches Blatt Papier in der Sonne funkeln. Wie ein kleiner Zitronenfalter, halt nur in wei\u00df, tanzte es mal hierhin, mal dort hin. Blieb kurz auf dem Rasen liegen, um sich sogleich mit der n\u00e4chsten kleinen Brise wieder zu erheben und von ihr ein kleines St\u00fcck weitergetragen zu werden.<\/p>\n<p>Es wedelte gar lustig durch die Sommerluft, schlug verspielt Purzelb\u00e4ume, probierte ein paar Sturzfl\u00fcge, legte sich nieder und flog dann mit dem n\u00e4chsten leichten Windsto\u00df wieder hinauf in ungeahnte sonnendurchflutete H\u00f6hen.<\/p>\n<p>So flatterte das Blatt ziellos auf unseren Helden zu, um sich dann irgendwann sanft, voller Z\u00e4rtlichkeit auf seinem Bauch niederzulassen und sich an ihn zu schmiegen.<\/p>\n<p>Als der junge Mann einen kurzen Blick auf das Blatt warf, sah er, da\u00df es eine wundersch\u00f6ne Geschichte war. Und da er im Sommer immer ein eher schlechter als rechter Schriftsteller war, wollte unser Freund das Blatt an sich nehmen um die Geschichte, die es transportierte, zu einer f\u00fcr ihn guten Zeit in sich aufzunehmen, um vielleicht seine erlahmende Kreativit\u00e4t zu steigern. Oder auch nur, um sie zu lesen und sich an ihr zu erfreuen.<\/p>\n<p>\u201dAn einem warmen Sommerabend gibt es doch nichts sch\u00f6neres als in einem Biergarten bei einem k\u00fchlen, frisch gezapften Blonden zu sitzen, die Menschen in ihrer Sommerlaune zu beobachten und sich dabei eine leichte Geschichte zu Gem\u00fcte zu f\u00fchren.\u201d<\/p>\n<p>Gerade das dachte unser Held, als er vorsichtig nach dem Blatte griff. Aber genau in diesem Augenblick trug es der Wind mit sich fort. Das Blatt l\u00e4chelte unseren Freund entschuldigend an und verabschiedete\u00a0sich in h\u00f6here Luftschichten.<\/p>\n<p>Da unser Freund, nennen wir ihn doch einfach Sonnenjunge, da also Sonnenjunge zwar im Sommer ein eher schlechter als rechter Dichter war, lie\u00df er sich trotzdem nicht alles gefallen. Schon gar nicht von sch\u00f6nen Geschichten, die ihm erst den Mund w\u00e4ssrig machten, um sich dann so mir nichts, dir nichts aus dem Staube zu machen. Da sollte sie sich bei Sonnenjunge schwer verrechnet haben.<\/p>\n<p>Voller Tatendrang erhob sich Sonnenjunge und nahm unverz\u00fcglich die Verfolgung auf.<\/p>\n<p>Fortsetzung folgt\u2026<\/p>\n<p>(C) Andreas Franke<\/p>\n<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"https:\/\/worte-wie-wogen.de\/?p=342\" data-text=\"Die Geschichte von der Geschichte\" data-count=\"horizontal\">Tweet<\/a><div id=\"wp_fb_like_button\" style=\"margin:5px 0;float:none;height:100px;\"><script src=\"http:\/\/connect.facebook.net\/en_US\/all.js#xfbml=1\"><\/script><fb:like href=\"https:\/\/worte-wie-wogen.de\/?p=342\" send=\"false\" layout=\"like\" width=\"450\" show_faces=\"true\" font=\"arial\" action=\"\" colorscheme=\"light\"><\/fb:like><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ShareEs war einmal an einem wundersch\u00f6nen Sommertag. Ein junger Mann sa\u00df im Schatten einer alten, knorrigen Eiche und gr\u00fcbelte \u00fcber sein Leben. 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